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Die Schönheit des Holzes

Von skurrilem Wurzelwerk, toten Bäumen und silbergrauen Brettern





Das eine wird von vielen als altes unansehnliches Gerümpel bezeichnet und das andere ist gar manchem Spaziergänger und Pilzsucher ein lästiges Hindernis, wenn es ihm im Wald einmal im Wege liegt. Gemeint sind damit alte ungestrichene Holzgartenzäune und silbergraue Bretter an Scheunen und Schupfen sowie im Wald herumliegende alte Wurzeln und Baumstämme. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Betrachtet man sie nämlich einmal etwas näher, eröffnet sich uns die formvollendete Schönheit und Anmut von altem Holz.


Wer in unseren meist aufgeräumten Wäldern spazieren geht, der muss trotzdem Glück
haben, wenn er einen umgefallenen, toten und rindenlosen Baum sehen will. Wen dem so sein sollte, betrachten Sie diesen dann doch einmal etwas genauer. Wie wunderschön ist doch dieses alte Holz, mit der silbergrauen Farbe und seiner Struktur. Auch wenn Sie am Anfang nicht gleich den Blick für diese unscheinbare Schönheit haben. Nach einer Weile des Betrachtens wird auch der ungeübteste die erstaunliche Vielfalt von Farben, Formen und Strukturen an altem Holz entdecken.

Altes Wurzelwerk und Baumstümpfe, die nicht bemoost sind - alte Bretter an Gebäuden oder alte Zäune auf dem Land. Dies alles sind Objekte, an denen wir diese wunderschöne Holzmaserung entdecken können. Oft ist diese noch durch Äste oder Astlöcher aufgelockert. Erst wenn man dieses Holz länger betrachtet und auf seine Sinne einwirken lässt, sieht man darin Kunstwerke, welche die Natur schuf. Doch sobald Holz bearbeitet, lackiert oder gestrichen wird, ist diese natürliche Schönheit dahin!

Die Maserung, die wir am Holz sehen, ist übrigens identisch mit den Jahresringen des einstigen Stammes. Diese sind sozusagen der Lebenslauf des Baumes. An ihnen erkennt man, ob das jeweilige Jahr schlecht oder gut war. Jedes Jahr und seine Ereignisse werden vom Baum im Holz konserviert. Sind die Ringe schmal, bedeutet dies, dass das Jahr oder das Wetter schlecht für das Wachstum des Baumes war. Aus der Analyse von Jahresringen hat sich auch ein Wissenschaftsbereich - die Jahrringchronologie - entwickelt.

Text und Fotos © Walter J.Pilsak

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