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Eine Farbexplosion



Der Frühling ist die schönste aller Jahreszeiten




Wenn der "Lenz" - wie der Frühling auch genannt wird - mit elementarer Wucht ins Land zieht, erblühen in den Wiesen, auf den Fluren und in den Wäldern die farbenprächtigsten Blumen. An den Laubbäumen erstrahlt das leuchtendste Grün. Innerhalb kürzester Zeit verändert sich unsere Umwelt in einer wahren Farbexplosion. Nach den langen vegetationslosen Monaten des Herbstes und des Winters - in denen die Brauntöne vorherrschen - schenkt der Frühling auf diese Weise nicht nur der Natur sondern auch uns ein neues Lebensgefühl.


Tulpenblüte von innen

Raps(odie) in Gelb: Löwenzahn und Raps blühen



Der Wechsel macht den Reiz

Ein geistreicher Ausspruch eines bekannten Mannes lautet: "Ein neues Frühjahr zu erleben, halte ich jedesmal für eine Gnade Gottes". Jeder, der schon einmal für längere Zeit in den jahreszeitlosen Breiten des Äquators lebte, ist mit Sicherheit der gleichen Meinung. Denn erst wer draußen in der Natur keine Jahreszeiten mehr erlebt, schätzt den Wechsel zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter, so wie wir ihn in Mitteleuropa erleben. So angenehm es auch sein mag, wenn die Natur um einen herum das ganze Jahr ergrünt und blüht und die Temperaturen sich fast immer hochsommerlich geben. Etwas Bemerkenswertes bleibt dennoch aus: Es ist die Veränderung zwischen den Jahreszeiten bei der stets gleichen Witterung und der immer gleich aussehenden Umgebung; der Übergang vom kalten und blütenlosen Winter in den Frühling oder vom goldenen Herbst in den Winter. Gerade durch diese Gegensätze erleben wir die Jahreszeiten viel intensiver. Es ist gewissermaßen die Abwechslung gegenüber der Monotonie, die unsere Breiten so lebenswert machen.




Unser Jahr ist in vier klassische Jahreszeiten aufgeteilt. Doch mit dieser groben Einteilung kann sich derjenige, der die Natur näher und genauer beobachtet, nicht zufrieden geben. Um den vielfältigen Wechsel in der Natur beschreiben zu können, müßte man ein Jahr mindestens in 6 oder 7 Abschnitte einteilen. So kämen wir zu einem Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Frühherbst, Herbst und Winter. Am längsten dauert das Frühjahr, das vom Vorfrühling bis in den Frühsommer hinein reicht. Das wären die Monate Februar, bzw. März bis Juni oder Juli. Eine Zeitspanne von fast einem halben Jahr.

Eine leuchtende Farbenpracht

Wenn die Macht des Winters gebrochen ist, beschenkt uns der Frühling mit einer brillanten und leuchtenden Farbenpracht. Die gelben Teppiche der Wiesen, die mit unzähligen Blüten des Löwenzahns übersäht sind konkurrieren mit den zur gleichen Zeit blühenden Rapsfeldern, die sich wiederum in einem anderen Gelb zeigen. Herrlich anzusehen sind gleichfalls die in einem satten Grün erscheinenden feuchten Wiesen, in denen das Wiesenschaumkraut erblüht. Und auch in den Gärten ist eine bunte Farbenpalette eingekehrt. Es leuchten bunte Krokusblüten in dem noch kurzen Gras der Rasenflächen. Obstbäume erstrahlen in voller Blütenpracht. Weidenkätzchen bieten den Bienen die erste Nahrung an und auch Birke, Erle und Haselnuß schmücken sich mit ihren schönen Blütenständen.

Fast die Hälfte unserer Monatsnamen ist in den heimischen Pflanzennamen vertreten. Das gleiche gilt für die Jahreszeiten So ist der Frühling in vielen Pflanzennamen vertreten. Wir begrüßen auf diese Art und Weise freudig diese Jahreszeit die uns so abrupt und mit einer gewaltigen "grünen Explosion" überrascht. Wer kennt nicht den Frühlingskrokus oder die Frühlingsknotenblume die mehr unter dem Namen "Märzenbecher" bekannt ist. Aber auch Frühlingsplatterbse, -fingerkraut, -kreuzkraut, -wasserstern und -hungerblümchen tragen die schönste aller Jahreszeiten in ihren Namen.

Text und Fotos © Walter J.Pilsak

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