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Der Wald - Ort der Besinnung

Interessante Daten aus unserem Wald

"Mein Herz strömt über beim Anblick der schönen Natur. Kein Mensch kann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder, Bäume und Felsen den Widerhall, den der Mensch braucht. Ist mir doch, als wenn jeder Baum zu mir spräche!" Diese wenigen Sätze von Beethoven mögen vielen von uns aus dem Herz sprechen. Erst jetzt, angesichts vieler kranker und z.T. schon sterbenden Wälder, wird so manchem klar, welche Bedeutung der Wald für uns hat. Er ist für uns Heimat, Ort der Besinnung, Erholung und Heimkehr zugleich. Über 80% der Waldspaziergänger gehen aus gesundheitlichen Gründen, 10% wegen der Naturbeobachtung und 8% aus Freude an der Schönheit der Natur in den Wald. Wandern ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, die vor allem in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch fand. Doch was wäre das Wandern ohne den Wald. Dieser zieht den Wanderer in besonderem Maße an. In den Wäldern abseits der Zentren ist die ursprüngliche Natur noch erhalten geblieben. Im Wald wandern, heißt nicht einfach durch den Wald laufen, um eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Genüßliches Waldwandern bedeutet vielmehr, sich für die Vielfalt des Waldes zu interessieren. Sich an den grün-goldenen Lichtreflexen des Laubes zu erfreuen. Hier und da eine uns bekannte oder auch fremde Blume oder Pflanze zu betrachten. Dem vertrauten Gesang eines Vogels zuzuhören. Sich an den prächtigen Farben eines Schmetterlings sattsehen - oder ganz einfach die würzige Luft tief einatmen!


Unsere fünf Sinne werden beim Wandern durch den Wald geschult und auch herausgefordert. Denken wir an das Vogelkonzert eines Frühlingsmorgens - an den Wind, der vom leichten Säuseln bis zum tobenden Orkan mit den Bäumen sein Spiel treibt. Unser Geruchsinn meldet uns an einem Herbstmorgen den Duft von feuchter Erde und Pilzen und an heißen Sommertagen den Geruch von Harz. Die Augen werden gefordert bei der Vielfalt von Pflanzen und Lebewesen, die wir sehen. Unser Gaumen kann sich an den köstlichen Beerenfrüchten erfreuen oder an den Pilzen, die nach einer Wanderung zubereitet werden.

Interessantes vom Wald und seinen Bewohnern

Bayern, daß das waldreichste Bundesland ist, besitzt 2,5 Mio.Hektar Wald, was etwa 1/3 seiner Fläche ausmacht. Die Verteilung von Wald und Flur war schon vor 900 Jahren fast so wie heute. Erst die ungeregelte Waldnützung des Mittelalters führte in vielen Teilen zu schweren Waldverwüstungen und Kahlschlägen. Erst um 1800 entstand wieder eine planmäßige Forstwirtschaft, welche die in den vergangenen Jahrhunderten arg in Mitleidenschaft genommenen Wälder planmäßig bewirtschaftete und so die Walderträge schon nach einem Jahrhundert um das Doppelte steigerte.


Hier einige interessante Daten von unserem Wald: Im Wald finden wir die sauberste Luft. Ein Kubikmeter Waldluft enthält etwa 500 Staub- und Rußteile, während über Industriegebieten bis zu 500 000 enthalten sind. Eine Buche produziert in einer Stunde 1,7 kg Sauerstoff, was dem Sauerstoffbedarf von 3 Menschen entspricht. Dieses wird verständlicher, wenn wir wissen, daß eine hundertjährige Buche eine Blattoberfläche von 1600 qm hat. Alle Blattzellen zusammengerechnet, ergibt das eine Fläche von 160 000 qm. Ein ha Laubwald erzeugt im Jahr 15 t Sauerstoff. Nadelwald liefert die doppelte Menge, während 1 ha Garten- und Ackerland "nur" 2 bis 10 t produziert. Das härteste Holz besitzen Ahorn, Buche, Eiche und Eibe. Sehr weich dagegen sind die Hölzer der Pappel, Weide und Linde. Das Gewicht eines Festmeters frischen Fichtenholzes beträgt 800 kg und ein Hektar 60jähriger Wald wiegt ca. 299 t, davon die Wurzeln 50 t - Laub und Nadeln mit Ästen 30 t und die Stämme 129 t. Wer das Alter eines Baumes wissen will, für den gilt es die Jahresringe eines gefällten Baumes zählen. Zu dieser Zahl werden noch 2 bis 4 Jahre für die allerfrüheste Jugend dazugezählt und schon kennen wir das Alter des Baumes. An der verschiedenen Breite der Jahresringe können wir die unterschiedlichsten Wachstumsphasen ersehen. Enge Zwischenräume entstehen in nassen Jahren, bei Dürreperioden oder Spätfrost. Weite Ringe lassen dagegen auf gute Wachstumsbedingungen schließen. Wer die Höhe eines Baumes wissen will, für den gibt es ein einfaches Verfahren. Wir brauchen dazu nur einen Stab, der die Länge vom Auge bis zu der gestreckten Faust hat. Diesen hält man senkrecht nach oben so vor sich, daß die Faust in Augenhöhe liegt. Dann verändert man durch hin- und Hergehen die Entfernung zum Baum solange, bis der Baumwipfel in einer Linie mit der Spitze des Stockes gesehen wird. Der Entfernung vom Standpunkt des Beschauers bis zum Baum wird nun noch die Größe der messenden Person hinzugezählt, und schon haben wir die Höhe des Baumes.


Übrigens: Wußten Sie, daß Spinnen keine Netze in Möbel oder Bauwerke weben, die aus Kastanienholz bestehen? Deshalb werden wohl auch in vielen Schlössern, Balken aus diesem Holz verwendet. Wie jede Hausfrau weiß, wäre es eine mühsame Arbeit, die Spinnweben von den hohen Holzbalkendecken zu entfernen. Auch vom Tierreich in unseren Wäldern gibt es erstaunliches zu berichten. So gibt es eine bestimmte Bremsenart, die hauptsächlich Rehwild befällt. Das besondere an ihr ist, daß sie so schnell fliegt wie ein Düsenflugzeug - etwa 1316 km/h. Dabei legt sie in einer Sekunde eine Strecke von rund 365 m zurück. Da wir schon bei diesen Blutsaugern sind, noch einiges dazu: Es saugen nur die weiblichen Bremsen und Zecken Blut, ebenso wie nur weibliche Stechmücken stechen. Letztere lieben auch kühlere Temperaturen und haben eine Vorliebe für die Farbe blau. Hochinteressante Waldtiere sind auch die Ameisen. Diese haben das größte Gehirn im Verhältnis zu ihrer Körpergröße.





Text © Walter J.Pilsak

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