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Robinie, Falsche Akazie,
Scheinakazie (Robinia pseudoacacia)
Familie:Hülsenfrüchtler
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Blühende
Robinie, Foto: Wikipedia, die freie Enzyklopädie |
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Die Gewöhnliche Robinie (Robinia
pseudoacacia), auch Falsche Akazie, Scheinakazie oder Silberregen genannt, ist ein
Baum aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) in der Familie
der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Mit den zur Unterfamilie der Mimosengewächse
(Mimosoideae) gehörenden Akazien ist die Robinie nicht besonders nahe verwandt,
auch wenn sie äußerlich mit diesen die gefiederten Blätter sowie die
Dornen gemeinsam hat. Da der Baum aus Nordamerika stammt, gilt die mittlerweile in
Europa auch wild vorkommende Robinie als Neophyt. |
Namensherkunft
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Carl von Linné, der die Gattung
der Robinien (Robinia) erstmals wissenschaftlich beschrieb, benannte diese nach Jean
Robin, dem Hofgärtner der französischen Könige Heinrich III., Heinrich
IV. und Ludwig XIII., oder nach dessen Sohn Vespasien Robin, der ebenfalls Hofgärtner
war.
Der wissenschaftliche Artname pseudoacacia weist auf die (irreführende) Ähnlichkeit
mit den Akazien hin. Die gelegentliche Verwendung des Namens Silberregen ist auf die
traubenförmigen weißen Blütenstände des Baumes zurückzuführen. |
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Beschreibung |
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Erscheinungsbild (Habitus)
Die Gewöhnliche Robinie
ist ein sommergrüner Baum mit rundlicher oder locker schirmartiger Krone,
der eine Höhe von 20 bis 25 Meter erreichen kann. Die Borke des Stamms
ist graubraun bis dunkelbraun, tief gefurcht und häufig netzig-längsrissig.
Die Äste stehen gedreht an einem kurzen Stamm, der zur Ausbildung einer
Doppelkrone neigt. Der Baum ist weitgehend winterfrosthart.
Der Baum begrünt sich erst sehr spät im Frühjahr. Die wechselständigen
und unpaarig gefiederten Laubblätter erreichen eine Länge von bis
zu 30 Zentimetern. Sie bestehen aus jeweils 9 bis 19 eiförmigen Einzelblättchen,
die sich durch kleine Gelenke bei großer Hitze senkrecht nach unten klappen
können.
Während der Blütenstandsbereich und die Krone meist ohne Dornen sind,
sind besonders an den Schößlingen die Nebenblätter zu bis 3
cm langen, rotbraun gefärbten Dornen umgebildet |
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Blüten
Die Blüten des Baumes erscheinen
in den Monaten Mai bis Juni. Jeweils 10 bis 25 der stark duftenden Blüten hängen
in zwischen 10 und 25 Zentimeter langen Trauben an den jungen Trieben. Die Schmetterlingsblüten
bieten reichlich Nektar und werden daher von vielen Insekten aufgesucht. Nektar und
Staubbeutel werden gleichzeitig reif. Setzt sich ein Insekt auf die Blüte, tritt
zuerst die Narbe heraus, die eventuell mitgebrachten Pollen vom Bauch abbürstet.
Früchte und Samen
Nach der Bestäubung der Blüten
bilden sich seitlich stark abgeflachte Hülsen aus. Sie sind rotbraun, kurz gestielt,
etwa fünf bis zehn Zentimeter lang und einen Zentimeter breit. Ihre Hülle
ist pergament-lederig.
In den Einbuchtungen der Hülsen liegen etwa vier bis zwölf Samen. Diese Samen,
die im September ausgereift sind, sind sechs bis sieben Millimeter lang, braun, glatt
und sehr hartschalig. Die sie umgebende Hülse reißt allmählich während
des Winters entlang der Rücken- sowie der Bauchnaht auf. Da die Früchte mitunter
bis in das nächste Frühjahr am Baum hängen bleiben, zählt die Gewöhnliche
Robinie zu den sogenannten Winterstehern.
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Borke der gewöhnlichen
Robinie |

Hülsen (Schoten) der
gewöhnlichen Robinie |
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Foto:
Atamari, Wikipedia, die freie Enzyklopädie |
Foto:
Wikipedia,
die freie Enzyklopädie |
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Ausbreitungsstrategie
Die Gewöhnliche Robinie
verbreitet ihren Samen durch den Wind (sogenannte Anemochorie). Die Ausbreitungsdistanz,
die die Samen der Pflanze auf diese Weise überwinden können, ist
wegen ihres hohen Gewichts verhältnismäßig gering. Nur selten
werden die Samen über eine weitere Strecke als 100 Meter verbreitet.
Diesen Nachteil kompensiert die Robinie über zwei Mechanismen. Die Baumart
blüht und fruchtet bereits im sechsten Lebensjahr, und ihre Samen sind
sehr lange keimfähig. Die Dauer der Keimfähigkeit wird auf bis zu
30 Jahre geschätzt. Zur Keimung benötigen die Pflanzen jedoch sehr
viel Sonnenlicht. Diese Eigenschaften bedingen die Pionierfähigkeit der
Robinie. Ausgehend von bereits bestehenden Samenbäumen ist die Robinie
sehr schnell in der Lage, neue offene Standorte zu bewachsen; die Art neigt
sehr stark zum Verwildern.
Die Robinie ist außerdem in der Lage, sich durch Wurzelausläufer
vegetativ zu vermehren. Diese auch als klonales Wachstum bezeichnete
Verbreitung wird begünstigt, wenn es zu Standortstörungen wie etwa
Bränden oder Rodungen kommt. Die Gewöhnliche Robinie reagiert darauf
mit einer verstärkten Ausbildung von Wurzelsprossen, die letztlich zu
einer Verdichtung bereits bestehender Bestände führt; andere Arten
werden dadurch verdrängt.
Verbreitung
Natürliches Vorkommen
Die Gewöhnliche Robinie ist ein
Baum, der ursprünglich im atlantischen Nordamerika beheimatet ist und
im Gebiet der Appalachen sowie der US-Bundesstaaten Pennsylvania, Missouri,
North Carolina, South Carolina, Georgia, Indiana und Oklahoma verbreitet war.
Sie wächst dort als Pionierpflanze in Laubmischwäldern auf mäßig
nährstoffreichen Sand- und Lehmböden in Höhen bis zu 1600 Metern
NN. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet zeichnet sich durch ein humides
Klima mit jährlichen Niederschlägen zwischen 1020 und 1830 Millimetern
aus.
Wie die von Kowarik zitierten Untersuchungen zeigen, ist die Gewöhnliche
Robinie in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ein Baum, der die Waldregeneration
nach katastrophalen Störungen wie etwa einem Waldbrand oder
Kahlschlägen einleitet. Das neu besiedelte Gebiet wird für etwa 20
bis 30 Jahre von dieser Baumart dominiert, die dann von anderen Baumarten wie
etwa dem Tulpenbaum verdrängt wird. Die Baumarten, die in der Lage sind,
die Gewöhnliche Robinie an ihrem Standort zu verdrängen, zeichnen
sich gewöhnlich dadurch aus, dass sie höher wachsen als die Robinie
und sehr stark Schatten spenden. In Waldbeständen der Appalachen, die
sich seit längerer Zeit ungestört entwickeln konnten, beträgt
der Anteil der Robinie weniger als 4 Prozent. |
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Heutiges Verbreitungsgebiet
Die anspruchslose Robinie wurde durch den
Menschen in zahlreichen Gebieten verbreitet, die nicht zu ihrem ursprünglichen
Verbreitungsraum gehören. Sie ist damit eine sogenannte hemerochore Pflanze und
zählt aufgrund ihrer Einführung nach 1492 in Europa zu den Neophyten. Sie
ist heute in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien zu finden. Auch in Nordamerika
hat sie ausgehend von Anpflanzungen ihr Verbreitungsgebiet sowohl räumlich als
auch standortlich erheblich erweitert. Sowohl in Europa als auch in den neu besiedelten
nordamerikanischen Verbreitungsgebieten wächst sie auf Standorten, die wesentlich
trockener sind als die in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet.
Giftigkeit
Sowohl die Samen als auch die Borke
der Gewöhnlichen Robinie enthalten die toxischen Proteine Robin und Phasin (Toxalbumine)
sowie das Glykosid Robinin. In der Borke sind die Inhaltsstoffe stärker konzentriert.
Vergiftungen treten in der Regel jedoch weniger häufig durch das Kauen von Borke
als durch den Verzehr von Samen auf. Besonders Kinder sind hierdurch gefährdet.
Vergiftungserscheinungen gehen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz einher.
Die Gewöhnliche Robinie ist auch für Pferde, Hunde, Nager, Katzen und Vögel
giftig.
In geringem Umfang enthalten auch die Blütenöle das giftige Piperonal.
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Text und Fotos:
Ausschnitte aus einem Artikel in der Wikipedia, die freie Enzyklopädie |
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