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Linde
Gattung: Tilia
Familie:Tiliaceae - Lindengewächse


Linde bei Korbersdorf (Oberfranken)


Für die Lindenarten ist das herzförmige Blatt und die tief angesetzte Krone charakteristisch. Sie entwickeln gelbliche bis gelblichweiße, duftende Zwitterblüten in kleinen Trugdolden. Die Frucht ist ein kugel- bis eiförmiges Nüsschen. Linden können bis 40 m hoch werden und ein enormes Alter erreichen. Unter den etwa 30 weitverbreiteten Arten auf der nördlichen Halbkugel ist die Winterlinde Tilia cordata und die Sommerlinde Tilia platyphylla am häufigsten anzutreffen. Die Winterlinde hat im Gegensatz zur Sommerlinde, etwas größere Blätter. Sie wird allerdings nur bis zu 30 m hoch und blüht etwa 14 Tage später. Außer diesen beiden ist in Mitteleuropa auch noch ein Bastard beider Arten, die Holländische Linde Tilia europaea recht häufig anzutreffen.


Tausendjährige Wolframslinde in Ried bei Kötzting im Bayerischen Wald

Mit ihren herzförmigen Blättern und der weitausladenden, schattenspendenden Krone ist die Linde einer der beliebtesten Bäume. Seit jeher haben wir zu ihr ein inniges Verhältnis. Dies kommt schon in den Liedern des Minnesängers "Walther von der Vogelweide" zum Ausdruck. Auch heute noch besingen wir in einem Lied von Schubert die Linde, die am Brunnen vor dem Tore steht. Wie volkstümlich die Linde ist, sieht man daran, daß es in Deutschland über 1.000 Ortschaften geben soll, in deren Name das Wort Linde vorkommt. 

    


Linde bei Hungenberg nahe Mitterteich (Oberpfalz)

Mächtige Linde bei Pechtnersreuth (Oberpfalz)


Beliebt ist das weiche faserlose Holz der Linde bei Bildschnitzern, da es sich hervorragend bearbeiten läßt. Tilmann Riemenschneider und auch Veit Stoß schnitzten ihre berühmten Altäre aus diesem Holz. Bekannt sind die Linden jedoch wegen ihrer Blüten. Wenn die tiefangesetzte Krone nur so voller Blüten strotzt, ist sie ein Tummelplatz für Insekten. Der ganze Baum scheint dann zu summen. Die honigreichen und wohlriechenden Blüten duften schon von weitem. Begehrt ist deshalb auch der wohlschmeckende Lindenblütenhonig. Der Duft, den die Linden ausströmen, soll auch beruhigend auf das Nervensystem einwirken. Zudem bietet der mit Sauerstoff erfüllte Raum unter dem Blätterdach Entspannung. Wenn aus den Blüten kleine Nüßchen werden und das Flugblatt abfällt, dreht es sich wie ein Probeller und sinkt so langsam zu Boden. Unter Linden sollen auch das elektromagnetische Erdfeld mit seinen massiven Reizen auf den Organismus sowie die unterschiedlichsten Störfelder aller Art aufgehoben sein.

Im Althochdeutschen bedeutet "lind" sanft, weich oder mild. Genauso mild ist auch der Geschmack des Lindenblütenhonigs. Die Blüten werden auch zu dem bekannten Lindenblütentee verarbeitet, der als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten angewendet wird. Sie enthalten neben Schleim, Gerbstoffe,. Ätherischen Ölen und natürlichen Hormonen noch nicht völlig enträtselte Glykoside.

Text und Fotos © Walter J.Pilsak

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