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Holunder, Holler

Gattung: Sambucus



Reife Beeren des Schwarzen Holunders


Bei uns sind zwei Arten des Holunders bekannt. Zum einem ist es der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) und zum anderen der Traubenholunder (Sambucus racemosa)



Traubenholunder Sambucus racemosa


Der Traubenholunder ist ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch. Ein Blatt besteht aus 5 etwa 5 bis 6 cm langen Blättern die dem des Schwarzen Holunders ähnlich sind. Seine Frucht ist leuchtend rot. Aus den grüngelblichen Blütenrispen entwickeln sich die beerenartigen Steinfrüchte. Aus ihnen kann, wie beim Schwarzen Holunder, Mus bereitet werden.



Schwarzer Holunder Sambucus nigra

Bekannter als der Traubenholunder ist der Schwarze Holunder. Dieser kann bis über 10 Meter hoch werden. Man findet ihn noch heute in vielen Dörfern. Meist wächst er neben Scheunen oder an Wegrändern. Die Blätter bestehen aus 5 eiförmig-elliptischen, zugespitzten 10 bis 15 cm langen Blättchen. Die Blüten sind gelblichweiße stark duftende Doldentrauben, aus denen sich die schwarz glänzenden Früchte entwickeln.


Blühender Strauch des Schwarzen Holunders


Blüten des Schwarzen Holunders


Naturapotheke Holunderbeerbaum

Der "Schwarze Holunder", (Sambucus Nigra) ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen. Dieser 3 bis 10 Meter hohe Baum oder Strauch zählte früher zu den am meist genützten Baumarten. Alles wurde in Großmutters Zeiten von diesem Baum verwendet. Ob es nun die Blätter, Blüten, die Rinde oder aber die Früchte waren. Jeder Teil dieser Pflanze wurde gegen ein anderes Krankheitsleiden als Heilmittel angewendet. Die Liste der Krankheiten reichte dabei von der Magenverstimmung, Husten, Halsschmerzen, Grippe, Gelenkrheumatismus, Nierenentzündung, Augenentzündung bis zu Darmkrämpfen und Ischias. Auf Grund dieser vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten wurde der Baum früher auch als "Herrgottsapotheke" bezeichnet. Für die meisten unserer Großeltern stellte der "Schwarze Holunder" auf dem Lande deshalb eine vielfältige und billige Naturapotheke dar. Dies galt vor allem für abgelegene Bauern, die der Baum das ganze Jahr über mit verschiedenen Heilmitteln versorgte und so in den meisten Fällen den Arzt ersetzte.



Reife Beeren des Traubenholunders


Aberglaube und Brauchtum

Der "Schwarze Holunder" spielt auch im Aberglauben sowie in den Sagen und Märchen unseres Volkes eine große Rolle. Er galt in alter Zeit auch als Abwehrmittel gegen Zauberei, Pestilenz und Hexen. Man glaubte, durch ihn Schutz vor Feuer und Blitzschlag zu erhalten. Aus diesem Grund pflanzte man den "Schwarzen Holunder" wohl auch meist in die Nähe von Scheunen.

Text und Fotos © Walter J.Pilsak

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