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Birke
Gattung: Betula
Familie:Betulaceae - Birkengewächse



Birken im Sommerwind im oberpfälzer Stiftland


Links: Birke mit Hexenbesen, rechts: Birken im Frühling


Die bei uns vorkommenden Birken gehören zu den buchenartigen Pflanzen (Fagales). Dazu zählen auch Buche, Eiche und Edelkastanie. Zu den Birkengewächsen (Betulaceae) selbst zählen Hasel, Erle und Hainbuche. Am verbreitetsten ist bei uns die Weißbirke (Betula pendula), deren Zweige wie lange Schleppen herunterhängen. Man nennt sie noch Hängebirke, Harzbirke und Warzenbirke. Von den weltweit 40 Birkenarten ist bei uns auch noch die Moorbirke (Betula pubescens) häufiger anzutreffen.       


Birke mit Raureif

Die Schnee- und Eislast machen der schwachen Birke zu schaffen


Obwohl die Birke eher einen zierlichen Eindruck macht, ist sie ein sehr widerstandsfähiger Baum. Sie kommt nur in gemäßigten und kalten Klimazonen vor und ist nahezu unempfindlich gegen Wetter und Kälte. Ihre weitauslaufenden Wurzeln finden selbst auf lockerem Boden ausreichend Halt.

Blätter und Rinde der Birke

Der Name Birke ist auf einen indogermanischen Wortstamm zurückzuführen und bedeutet soviel wie glänzend, schimmernd. Dem Volksglauben nach sollen Birken den Blitz anziehen. Aus diesem Grund duldete man früher einzelne Birken nur ganz selten in der Nähe von bäuerlichen Anwesen. Unter einer einzeln stehenden Birke soll einer alten sage nach auch die letzte Weltenschlacht stattfinden. Diese beiden unerfreulichen Blickpunkte sind jedoch eine Ausnahme. Meist wird die Birke mit Erfreulicherem in Verbindung gebracht. Im germanischen, aber auch im slawischen Volksglauben spielte die Birke eine große Rolle. Schon lange vor der Eiche und der Linde wurde die Birke von unseren Vorfahren als heiliger Baum verehrt. Sie war der Frigga (Freya) geweiht. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, einen "Maien" aus dem Wald zu holen um ihn auf dem Dorfplatz aufzustellen. Es wurde damit der erwachende Frühling und somit die Natur in das Dorf geholt. Noch heute lebt der gleiche Brauch in Gestalt des Maibaumes fort. Und auch zu Fronleichnam wird die Birke verwendet, wenn unzählige junge Exemplare die Straßen in katholischen Ortschaften säumen, durch die Prozessionen führen.

Das ländliche Handwerk verwendete die Birke früher auf vielseitige Weise. Der Besenbinder stellte aus ihren Ästen und Zweigen, den sogenannten Besenreisern, Besen her und der Holzbitzler verwendete die Wurzelstöcke. Da diese viele verknorpelte Wurzelansätze hatten, wurden daraus besonders Bierkrüge mit Deckel hergestellt. Auch der Spannmacher war auf die Birke angewiesen. Späne und Schleißen aus diesem Holz waren die besten, da sie kaum Rauch entwickelten. Diese wurden übrigens im Winter beim Kirchgang zum Leuchten verwendet.

Text und Fotos © Walter J.Pilsak

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