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Sie werden immer
rarer, die alten Baumveteranen. Die Jahrhunderte sind nicht spurlos an ihnen
vorüber gegangen. Alle haben sie vernarbte Gesichter und abgebrochene
Äste deren Wunden schon lange wieder verheilt sind. Nicht selten sind
Stämme und Äste bemoost. Liebespaare, die schon lange nicht mehr
auf dieser Welt verweilen, haben ihre eingeschnitzten Initialen im Stamm hinterlassen.
Gar manche Unwetter haben sie schadlos überstanden. Kriege begannen und
endeten wieder. Die einzigen, die alles überstanden, waren die alten Baumriesen,
die heute 300, 500 oder gar 1000 Jahre alt sind. |
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Doch die Schöpfung
hat allem biologischen Leben eine Grenze gesetzt. So auch der 300 Jahre alten
Riesenbuche bei Altmugl im oberpfälzischen Stiftland. Sie wurde immer
kränker und unsicherer auf den Beinen! Gewiss, sie hätte vielleicht
noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte leben können - doch uns Menschen,
besonders denen, die dafür bezahlt werden, dass Verordnungen und Gesetze
eingehalten werden, war der Baum ein Unsicherheitsfaktor. Was wäre geschehen,
wenn beim nächsten stärkeren Sturm die neben der Straße stehende
Buche zusammengebrochen wäre? Also musste der Baumpatriarch, der sich
nicht wehren konnte, daran glauben. Da er aber für Holzfäller zu
stark und zu kräftig war, um auf normalen Wege gefällt zu werden,
mussten Spezialisten her, die ihn mit Hilfe technischer Geräte den endgültigen
Todesstoß versetzen konnten. Was 300 Jahre brauchte, um so stark und
majestätisch zu werden, wurde an einem Tag des Jahres 2000 innerhalb weniger
Stunden zu banalem Brennholz!
Text
und Fotos © Walter J.Pilsak 2003-2008
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